Matthaeus 24,35
Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen
Was für ein Ende hätte doch solch eine Sklaverei in der Sünde, wenn der um Hilfe flehende Christ bekennen könnte, dass es sein eigener Verdienst ist, dass er wankelmütig hin und her treibt. Klar will der Teufel uns den Segensgenuss streitig machen, aber eines muss man sich bewusst sein, dass der Teufel sein Wirken an uns nur tätigen kann, wenn ein bekennender Christ es zulässt. Doch seit Beginn der Menschheit war es dem Menschen lieber, die Schuld an seinem eigenen Versagen nicht auf sich zu nehmen. Betrachten wir 1Mos 3.12-13
„12 Und der Mensch sprach: Die Frau, die du mir beigegeben hast, sie gab mir von dem Baume, und ich aß. 13 Und der HERR Gott sprach zu der Frau: Was hast du da getan! Und die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, und ich aß“
Klar ersichtlich, dass der Mensch nicht imstande war, die Schuld selbst oder des anderen zu tragen. Sondern er erleichterte sein schlechtes Gewissen, in dem er seine Missetat bewusst nicht zugab und sogleich seinen Nächsten dafür verantwortlich machte. Das ist der charakteristische Gedankenzug, den der im Fleisch wandelnde Christ benützt, um sich von seinem Fehltritt zu rechtfertigen. Wie sehr wird er aber des besseren belehrt, wenn er folgende Bibelstelle kennt: (Jakobusbrief 1.13-15)
13 Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht; denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, und selbst versucht er niemand. 14 Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust fortgezogen und gelockt wird. (Römer 7.7-8) 15 Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.
Solch eine Selbstrechtfertigung wird niemals das eigene Wohl erzeugen. Denn der Versuch, sich über Gottes Anspruch -und an der Unfehlbarkeit seines Wortes zu stellen, offenbart die wahre Stellung des Herzens. Wer so lebt, hat keine wahre Gottesfurcht, und daher einen Mangel an Weisheit, die der Mensch braucht, um sich demütig unter sein Wort zu stellen, an dem man weder zweifeln noch es subjektiv betrachten darf.
(Phil 2.14,15)
„14Tut alles ohne Murren und zweifelnde Überlegungen, 15 auf dass ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes, inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr scheinet wie Lichter in der Welt“,
„Von seiner eigenen Lust fortgezogen und gelockt wird“
Dies ist einer der drei grundsätzlichen Typen der Versuchungen die wir nun betrachten:
4.1. Die Versuchung zu sündigen, hervorgerufen durch unser Fleisch, die sündige Natur.
Römer 6,12
„So herrsche denn nicht die Sünde in eurem sterblichen Leibe, um seinen Lüsten zu gehorchen; 13 stellet auch nicht eure Glieder der Sünde dar zu Werkzeugen der Ungerechtigkeit, sondern stellet euch selbst Gott dar als Lebende aus den Toten, und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit.
12So herrsche denn nicht die Sünde in eurem sterblichen Leibe, um seinen Lüsten zu gehorchen;
Genau in diesem Vers wird die Quelle unseres Übels genannt. Die sündhafte Natur des Menschen, das Fleisch. Paulus schreibt über die Befreiung der sündhaften Natur durch Jesus Christus, weil wir mit ihm gemeinsam gestorben sind. Auch wenn das Fleisch ständig gegen unseren Geist kämpft, so haben wir in Jesus Christus die Kraft uns gegen die Sünde zu entscheiden.
13 „stellet auch nicht eure Glieder der Sünde dar zu Werkzeugen der Ungerechtigkeit, sondern stellet euch selbst Gott dar als Lebende aus den Toten, und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit.“
Unsere Glieder, die Augen, Hände und Beine usw... Müssen in Bereitschaft als Werkzeug zur Gerechtigkeit hingestellt werden. Das bedeutet folgendes: Wenn zum Beispiel die Augenlust ( 1Mos 3,6; Matt6,22) überhandnimmt, dienen wir dem Fleisch und verfallen in die Fänge des Feindes, demnach beflecken wir unseren Leib, den wir als reines Opfer dem HERRN darbringen sollten. Ein Gott wohlgefälliges Opfer, dass ihm, in voller Hingabe dargebracht wird. Nicht mehr muss man mit geschlachtetem Tier zu ihm kommen, sondern mit einem geistlichen Opfer, unser eigenes Leben.
Gottesanspruch an uns ist also unserem Leib vor der Sünde zu bewahren. Dies ist ein vernünftiger Dienst an ihm (Röm.12.1). Man darf nicht ausser Acht lassen, dass unser Leib nicht mehr uns gehört, sondern dass dieser ebenfalls der Zweck eines Bausteinchens ist, die der HERR braucht um seinen Tempel (die Gemeinde – seine Braut) zu bauen . Unser Leib ist ein Tempel des HERRN und soll für den der Dienst nicht vernachlässigt werden. Wie kann der Heilige Geist darin verweilen, wenn wir ihn betrüben? In dem Amt als Priester, zudem jeder berufen ist (Hebr. 5.4), muss jeder wiedergeborene Christ das Licht in uns, das die Finsternis durchbricht, beständig erleuchten lassen. Im Vergleich zu dem beständigen Feuer, das auf dem Altar brennen musste, was ein Hinweis auf die Anwesenheit Gottes unter dem Volk Israel war, soll stets dem HERRN derselbe Dienst dargebracht werden, sodass er auch in uns verweilen kann. Denn Gemeinschaft mit der Sünde kann Gott nicht haben. Ein Hinweis, dass Gott in uns Wohnung machen möchte, sprich in uns wohnen möchte, lesen wir im Johannesevangelium Kapitel 14 Vers 23. Durch diejenigen, die Gott treu ergeben sind und seine Gebote halten, möchte Gott sich Gott offenbaren. So wird unser Leib zum Licht, der sich nicht unter die Sklaverei der fleischlichen Lust stellt.
4.2 Die Versuchungen Satans
Das Ziel des Feindes ist, dass wir gleichförmig der Welt sind und dadurch von Gott getrennt werden. Er benützt die Schönheit der Welt und ihre Genüsse mit dem Ziel, uns zur Abkehr von Gott zu bewegen. Indem er sie uns vor die Augen stellt.Von diesen Dingen gilt es schlicht, zu fliehen.
Zu fliehen ist nicht ein beschämender, ängstlicher Akt, sondern zeugt von einer grossen Bereitschaft, keine Gemeinsamkeit mit der Welt und der Sünde zu haben. War Joseph beängstigt, als er vor der Hurerei floh? Welche grosse Verführung für einen jungen Mann, wenn eine verheiratete Frau ihr Ehebett beflecken möchte! Doch die Bibel spricht ganz klar: „flieht der Hurerei – siehe 1 Korinther Kapitel 6 Vers 18:
„18 Fliehet die Hurerei! Jede Sünde, die ein Mensch begehen mag, ist außerhalb des Leibes; wer aber hurt, sündigt wider seinen eigenen Leib.“
„Der Sünde uns für Tot halten.“
Wenn die zu verleugnende Sünde uns „anspricht“, soll sie sehen, dass wir nicht ansprechbar sind, nicht tastbar nicht und spüren, dass wir ihr zur Verfügung stehen.
Augustinus von Hippo (354-430), der Kirchenlehrer der Spätantike, gab uns Einblick in seinen Kampf gegen die Versuchung. Hier sein Erlebnis:
Eines Tages wurde Augustinus von einer Frau belästigt, mit der er vor seiner Bekehrung zusammengelebt hatte. Als er sich umdrehte und schnell wegging, rief sie ihm nach: "Augustinus, ich bin's doch, ich bin's!" Augustinus ging nur noch schneller und rief ihr über die Schulter zu: "Ja, ich weiss, aber ich bin's nicht mehr!" Er meinte damit, dass er für die "Sünde . . . tot" sei und nun "Gott lebe".
Also tat er recht, als er von der Sünde floh und sich ihr nicht zu erkennen gab.
Im Vergleich zu dem Vers 15 bis 17 im 1 Johannesbrief Kapitel 2 sehen wir eine weitere Versuchung des Feindes in der Wüste, als der Heilige Geist Jesus Christus in die Wüste führte, um ihn zu versuchen.
„15 Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; (Jakobus 4.4) 16 denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern ist von der Welt. 17 Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“
die Lust des Fleisches
Zuerst verlangt er, dass er seinem Leib zu essen geben soll, um zu überleben. Jedoch Jesus Christus widerlegt den Feind mit dem Wort Gottes (das Schwert), dass eben das Wort Gottes, die wahre Nahrung sei. Nicht umsonst nennt sich Jesus Christus als das Brot des Lebens. Wer dieses Brot zu sich nimmt, wird niemals mehr hungern.
der Hochmut des Lebens
Als er ihn auf der Zinne des Tempels brachte, verlangte er von ihm sich hinunterzuwerfen (Matt. 4,6) um in mit dem Psalm 91,10 herauszufordern.
„Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: "Er wird seinen Engeln über dir befehlen, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuss an einen Stein stossest.“
Gott hatte dem Messias verheissen, dass er ihn auf seinem Weg bewahren wird. Diese Verheissung vor der Zeit der Erfüllung seines Werks in Anspruch zu nehmen, würde bedeuten Gott zu versuchen. Daher spricht Jesus deutlich: „"Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. (5.Mos. 6.16)".
Ebenfalls war es die Absicht des Feindes, dass er sich als Messias bereits jetzt, vor seiner Zeit, offenbaren sollte, indem er eine spektakuläre Handlung begehen würde. Und somit seine Majestät ohne Leiden bekommen hätte. Dies zeugt eben von diesem Hochmut des Lebens, sich selbst durch eigene Werke zu verherrlichen.
die Lust der Augen
Als Satan den Herrn Jesus zum dritten Mal versuchte, führte er ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach: „Alles dieses will ich dir geben, wenn du niederfallen und mich anbeten willst.“
Nun scheltet Jesus den Feind und spricht, dass er von ihm weichen soll, den es stehe geschrieben, dass man nur einen Gott anbeten und ihm allein dienen soll. Somit verliess ihn der Teufel. Auch hier und zum letzten Mal wehrt der Herr Jesus den Feind durch Gottes Wort ab.
So ist es eines der vielen verführerischen Taktiken des Feindes, den Mensch durch schöne, prächtige Dinge zu verführen, die, wenn wir ihnen mehr Hochachtung geben als dem HERRN, Herrschaft über uns ergreifen. Das „Gesehene“ kann zu einer vergnüglichen Sucht gemacht werden, dass uns die Zeit für den HERRN raubt. Bilder, die das Internet präsentiert, sei es YouTube, Facebook oder Instagram, der Mensch wurde süchtig nach Bildern und kann sich seiner Neugier nicht beugen. Selbst der Voyeurismus wird in einem niemals zuvor messbaren Mass ausgelebt und hat seine ganze Entfaltung in unserem Jahrhundert erreicht.
4.3 Die Versuchung von Gott, um unseren Glauben zu erproben
(5 Moses 13.3b)
„denn der HERR, euer Gott, versucht euch, um zu erkennen, ob ihr den HERRN, euren Gott, liebet mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele.“
Was sich aus diesem Vers daraus schliessen lässt, ist deutlich zu erkennen. Ja, der HERR versucht (prüft) uns um unsere Liebe zu ihm zu beweisen und uns dadurch im Geist wachsen zu lassen. Hier auf Erden herrscht ein Glaubenskampf, solange wir leben und der HERR möchte, dass wir diesen gewinnen, um schliesslich den Siegeskranz des Lebens zu empfangen, den er denen verheissen hat, die ihn lieben (Jak 1,2).
Ein Siegeskranz, den wir als Belohnung für das „Leiden“ zu Lebzeiten bekommen, wenn wir treu dem HERRN bis zum Tod ergeben waren. In einem Wandel des Gehorsams. Nicht nur des Siegeskranzes wegen ist es, weshalb Gott uns prüft, sondern durch die Bewahrung des Glaubens, wird das Kind Gottes zu einem sichtbaren Licht, in der Finsternis des verdrehten Geschlechts, welches in seiner Engstirnigkeit Gottes Herrlichkeit verwirft, indem sie alles mit erhobenem Haupt ausblenden, was der Wahrheit entspricht.
Durch jede Prüfung kann der Geprüfte auch feststellen, in welchem „Glaubensstadium“ er sich auch befindet. In einigen Fällen glaubt wohl der Geprüfte, ein gereifter Christ zu sein, Einer, der unbescholten seinen Weg geht und in jeder Prüfung gefeilt der Versuchung standhalten kann. Ein Christ, der sich sogar vorstellt, er wäre bereits dort, wo er sich selbst vor Gott haben möchte. Jedoch dem, der den HERRN liebt, wird durch die Prüfung die Wahrheit über den wahren Stand seines Wachstums offenbart. Das Kind Gottes nimmt mit Dankbarkeit, die Sichtbarmachung, der in uns noch zu bereinigen Sünden, an und strebt willig dem Ziel nach, geistlich, ohne ständiges Fallen zu wachsen. Geistliches Wachstum ist das Mittel, das zur Festigkeit des Glaubens führt, das bedeutet, dass sich unser Leben so entfaltet, indem es sich immer mehr an Gottes Wort ausrichtet. Jedoch wird dies nur durch den in uns wohnenden heiligen Geist ermöglicht, indem wir täglich Busse tun und uns dadurch innerlich Reinigen.
(1.Johannes 9-10)
„9 Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.10 Wenn wir sagen, daß wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns (1.Johannes 9-10)